Leidenschaft
Reisen und Natur
Es gibt einen Moment beim Reisen, den man nicht vergisst. Den Moment, in dem man merkt: Die Welt ist größer als alles, was ich bisher gedacht habe.
Ich liebe das Reisen – nicht als Tourist, der Sehenswürdigkeiten abhakt, sondern als Mensch, der eintauchen will. In fremde Kulturen, fremde Gesichter, fremde Arten zu leben und zu denken. Jede Reise bringt etwas mit zurück, das bleibt. Eine andere Perspektive. Ein neues Verständnis. Ein Stück Demut.
Mexiko nimmt dabei einen ganz besonderen Platz ein. Aber der Anfang war kein Reiseprospekt – es war Instagram. Eine Frau in Mexiko. Eine Verbindung, die sich über Nachrichten und Videoanrufe entwickelte, die stärker wurde mit jeder Woche, mit jedem Monat. Eineinhalb Jahre führten wir eine Beziehung über Kontinente hinweg, bevor ich eine Entscheidung traf, die ich nie vergessen werde.
Ich buchte einen Flug nach Mexiko.
Das erste Mal in einer Boeing 747. Das erste Mal außerhalb Deutschlands geflogen. Das erste Mal über den großen Teich – vorbei an den USA, direkt ins Herz von Mexiko. Als Mexiko City von oben auftauchte, dieses gigantische Meer aus Lichtern und Leben – da wusste ich: Ich habe mich selbst übertroffen. Das war kein Urlaub. Das war ein Sprung.
Die erste Busfahrt nach Toluca. Fast zwei Stunden. Alles fremd, alles faszinierend, alles aufregend. Andere Gesichter, andere Sprache, andere Luft. Ich saß in diesem Bus und konnte nicht aufhören zu schauen. Nicht weil ich Tourist war – sondern weil mich jemand dorthin gezogen hatte. Patricia war der Grund warum ich aufbrach. Der Grund warum ich über mich hinauswuchs.
Fünf Mal war ich seitdem in Mexiko. Und jedes Mal hat das Land mich ein Stück verändert. Mit einer Geschichte die Jahrtausende zurückreicht, einer Wärme der Menschen die man spürt bevor man ein Wort gewechselt hat, Farben und Klängen die sich ins Gedächtnis brennen.
Das zu erleben ist ein Privileg. Eines, das ich nie als selbstverständlich betrachten werde.