Leidenschaft
Fotografie
Es gibt kein Motiv, das es nicht wert wäre, fotografiert zu werden. Das ist meine feste Überzeugung – und gleichzeitig die Philosophie hinter jeder Aufnahme, die ich mache.
Was mich zur Kamera zieht, ist nicht der Wunsch nach dem perfekten Bild. Es ist die Suche danach. Die Suche nach dem richtigen Ort, der richtigen Pflanze, dem richtigen Licht. Ich streife durch die Natur, halte inne, warte. Manchmal lange. Denn Fotografie bedeutet für mich vor allem eines: Zeit nehmen.
Mein Herz schlägt für die stillen Dinge. Eine Blüte im Morgendunst, ein Grashalm mit Tautropfen, Strukturen in der Rinde eines alten Baumes – Welten, die im Vorbeigehen unsichtbar sind. Ich fotografiere sie mit ganz normalen Canon-Objektiven, keine Spezialmakros. Das macht es schwieriger – und gleichzeitig befriedigender, wenn es gelingt.
Genauso liebe ich die Weite. Landschaften in der goldenen Stunde, wenn das Licht warm und lang wird und alles in diesem unwirklichen Orange badet. Oder an einem klaren Wintermorgen, wenn das Licht kalt und klar ist und die Welt aussieht wie ein stilles Gemälde. Diese Momente passieren nicht einfach – man muss da sein. Früh aufstehen, frieren, warten. Und dann kommt er. Der eine Augenblick.
Und dann sind da die Menschen, die ich liebe. Porträts, die keine Posen sind – sondern echte Momente. Ein Lachen, ein nachdenklicher Blick, ein unbeobachteter Augenblick. Diese Bilder sind keine Kunst für Ausstellungen. Sie sind Erinnerungen, die bleiben.
Was alle meine Fotos verbindet? Der Winkel. Nicht das Motiv allein macht ein Bild interessant – sondern wie man es sieht. Ein anderer Standpunkt, eine andere Perspektive, manchmal nur ein kleiner Schritt zur Seite – und plötzlich erzählt dasselbe Motiv eine völlig andere Geschichte.
Das ist es, was mich jeden Mal wieder raus treibt. Mit der Kamera. Auf der Suche.